Seit Februar 2018 ist Stephanie Rosenthal die neue Direktorin des Martin-Gropius-Baus. Wer das geschichtsreiche Gebäude heute betritt, wird sich über das Licht wundern, das nun durch die Räume und den Lichthof strömt. Stephanie Rosenthal will offene Räume schaffen. Dafür hat sie Trennwände und Abklebefolien von den Scheiben entfernt. Der Lichthof ist frei zugänglich und das Restaurant und der Buchladen neu geöffnet.

Es wurde Raum geschaffen, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, sich neu mit Kunst auseinanderzusetzen.

Zu dem neuen Konzept gehörte auch eine besondere Ausstellung: „Ein Rendezvous mit dem Garten der Lüste“ – Hauptakteure waren eine zeitgenössische Kopie des Originalgemäldes von Hieronymus Bosch und die Bank Leya, bezogen mit einem duftenden Leder in sattem Grün, die die Besucher einladen soll, sich die Zeit zu nehmen, alle Details des Gemäldes in Ruhe zu entdecken.

 

Frau Rosenthal, die Ausstellung „Ein Rendezvous mit dem Garten der Lüste“ soll die Besucher einladen, Zeit mit dem Gemälde zu verbringen.

Was wird dieser bequeme Platz zum Betrachten der Bilder mit den Besuchern machen?

In der Vergangenheit habe ich schon viel mit Choreographien gearbeitet und denke daher, dass das Sitzen einen großen Unterschied bei der Betrachtung von Kunst macht.

Unsere Hoffnung ist natürlich, dass sich unsere Besucher durch die Aufforderung, sich vor dieses Bild zu setzen, in ein intimes Gespräch mit dem Gemälde begeben. Es ist wirklich etwas ganz Einzigartiges, die unzähligen Details dieses Gemäldes von 1535 so bequem sitzend entdecken zu können.

 

Was bedeutet die „bequeme Museumsbank“ speziell für den Gropius-Bau?

Was für uns wirklich sehr wichtig ist, ist, was Kunstwerke für Gespräche ermöglichen. Ich bin der Meinung, dass die Art, wie oder wo man sitzt, viel damit zu tun hat, wie man sich unterhält und vor allem worüber.

Wir achten in diesem Haus extrem auf Details und da merkt man schnell, dass jedes kleine Detail dazu beiträgt, dass man sich mit Kunst auf eine sehr tiefe und reflektierte Art auseinandersetzen kann. Was wir eben nicht wollen, ist, dass Leute aus dem Haus gehen und sich darüber unterhalten, was sie sich als Nächstes kaufen wollen, sondern dass sie sich über Inhalte unterhalten. Dafür sind Möbel optimal und das sieht man speziell in dieser Ausstellung.

 

Denken Sie, dass dieses Thema auch in die Zeit passt? Also dass man sich mehr Zeit nimmt für Dinge?

Absolut! Ausstellungen sollen Nachwirkungen haben. Das neue Restaurant Beba, die Öffnung des Buchladens und die Kooperation mit Freifrau entspringen alle der Überlegung, was wir dazu beitragen können, dass unsere Besucher ein „Nachglühen“ nach einer Ausstellung spüren und Freude daran haben, das Gespräch weiterzuentwickeln.

 

Hat eine „bequeme Museumsbank“ Zukunft?

Worauf man sitzt, war schon immer ein wichtiges Thema, und ich finde es auch wichtig, dass man mit Hilfe von Möbeln Momente kreiert. Ausstellungen sind ja auch immer auf eine Art choreographiert und bieten schnelle Momente, intensive Momente und ruhige Momente. Da können Möbel – und da ist es ganz wichtig, was für eine Form von Möbeln – diese Momente verstärken. 

Freifrau Sitzmöbelmanufaktur ➤ Die Marke mit Lieblingsstück-Garantie ✓ Wohlgefühl in allen Aspekten: Design, Funktionalität, Materialität & vertrauter Service