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INTERVIEW

 

 

INTERVIEW CHRISTIAN MEINERT

 

 

PLATZ GENOMMEN MIT CHRISTIAN MEINERT

 

Fragt man Christian Meinert, was ihn zum Träumen bringt, dann dauert es eine kurze Weile, bis er entschieden antwortet: „Gute Geschichten!“. Der Innenarchitekt des neu erbauten Hamburger Hotels „Fontenay“ schaut sich diese nicht nur gern in Form von Filmen an – er schreibt sie auch. Auf seine ganz eigene Art und mit einer Vielzahl von Mitteln. Für das Haus direkt an der Alster wurde er vom Michael Kühne beauftragt. Der in Zürich lebende Hamburger hat zuvor das InterConti retten wollen, riss dieses dann doch ab und wagte sich an das neue Hotelprojekt. Das Fontenay ist umgeben von einer Parkanlage mit altem Baumbestand, die Linien der Architektur aus der Feder von Jan Störmer sind organisch, keine Wand des Gebäudes ist gerade. Keine einfache Aufgabe für Christian Meinert vom Büro Aukett + Heese aus Berlin. Das Innere spiegelt die Leichtigkeit und Freiheit der Umgebung wider, ein feiner maritimer Touch ist der Tradition der Stadt und dem Namensgeber des Hotels geschuldet: John Fontenay immigrierte 1800 aus Amerika nach Hamburg, kaufte sämtliche Grundstücke zwischen Dammtor und nördlicher Alster – die Grundstücke wurden nie verkauft, so auch das, auf dem das Fontenay steht und noch heute von der Stiftung „John Fontenay´s Testament“ verpachtet wird.

 

Freifrau: Das Fontenay gilt als neues Prestige-Hotel in Hamburg. Direkt nach Fertigstellung wurde das Haus als 5-Sterne-Superior-Hotel eingestuft. Welche Vorgaben haben Sie bekommen, um die Räume einzurichten?
Meinert: Wir haben das Projekt übernommen, nachdem das erste Musterzimmer fertig war; zu viel dunkles Holz und ein paar Unstimmigkeiten in der Geometrie der Zimmer. Der Bauherr hat uns dann mit einer immer umfassenderen Umplanung betraut. In enger Abstimmung mit der Familie Kühne haben wir das heutige Design entwickelt und es zu dem sehr persönlichen Projekt gemacht, wie es sich heute präsentiert. Eine Hotelklassifizierung war nur am Rande Thema. Das Hotel ist von Anfang an selbstbewusst genug gewesen, um sich nicht in Kategorien pressen zu lassen.

 
Freifrau: Klingt nach einer umfassenden Aufgabe – schließlich muss Hoteldesign den Ansprüchen und Geschmäckern von Menschen aus allen Ländern der Welt genügen und doch einzigartig sein. Wie sind Sie bei der Entwicklung des Designs vorgegangen?
Meinert: Mein Wunsch war über die ganze Zeit hinweg, die Gäste das Gefühl einer Entdeckungsreise empfinden zu lassen, wenn sie das Fontenay besuchen – mit neuen Eindrücken und Gefühlen. Wir wollten einen Ort schaffen, an den man gerne zurückkehren möchte, der individuell, außergewöhnlich und modern ist, ohne modisch zu sein. Das Hotel ist aber vor allem auch ein sehr persönliches Projekt der Familie Kühne. Wir haben uns in die Wünsche unseres Auftraggebers hineingedacht und versucht, ausgesprochene und unausgesprochene Wünsche, die eher einem Bauchgefühl folgten, umzusetzen. Dazu kam, dass die einmalige Lage und die außergewöhnliche Architektur des Hauses ein leichtes, lichtdurchflutetes und offenes Design forderten. Das Hotel ist als Parkhotel konzipiert – eine Oase mitten in der Stadt. So war auch die Verkehrsberuhigung des Harvestehuder Wegs, der zwischen der Parkanlage und der Alster verläuft, ein wichtiger Teil des Ganzen.
Freifrau: Es war also eher ein Annähern mit dem Bauherrn und Entwickeln einer Emotion als ein Abarbeiten von Vorgaben. Das erfordert sicher viel Einfühlungsvermögen und letztlich ein hohes Maß an Bereitschaft und Leidenschaft. Was macht für Sie immer wieder den Reiz aus, ein Großprojekt in Angriff zu nehmen?
Meinert: Es ist dieses besondere Gefühl, das erste Mal die Räume zu betreten, die in meiner Vorstellung entstanden sind. Wenn aus unzählbar vielen Komponenten etwas Ganzes geworden ist. Wie ein Roman, den man zu Ende geschrieben hat und in dem sich alle Charaktere, Abfolgen und Spannungsbögen zu einer guten Geschichte mit einem passenden Ende ergeben haben. Dieses Gefühl ist bei einem so großen Projekt natürlich um einiges vielschichtiger als bei einem kleineren und belohnt all die Zeit und Arbeit, die man investiert.

 

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INTERVIEW CHRISTIAN MEINERT

 

 

„Es ist dieses besondere Gefühl, das erste Mal die Räume zu betreten, die in meiner Vorstellung entstanden sind.“

CHRISTIAN MEINERT

 

 

Freifrau: Hört sich ganz danach an, als seien Ihre Projekte für Sie gleichermaßen sehr persönlich. Wie verhält es sich mit Ihren Projekten generell? Entwickeln Sie die Räume immer auch ein wenig für sich oder können Sie Ihre eigenen Präferenzen komplett hintanstellen?
Meinert: Ich denke, dass es eine Stärke von mir und unserem Büro ist, Projekten nicht unseren eigenen Stempel aufdrücken zu müssen. Auftraggeber bekommen keinen „Aukett + Heese“, dem man seine Herkunft in Design und Linien ansieht, sondern ein individuelles und sehr persönliches Konzept. Nichtsdestotrotz könnte ich keine Räume entwerfen, hinter denen ich nicht stehe und in denen ich selbst nicht arbeiten oder wohnen wollte. Das ist ein Unterschied – wenn auch ein feiner. Sollte ich jemals ein Gefängnis entwerfen, sieht die Sache natürlich anders aus. (lacht).
Freifrau: Sie arbeiten seit der Gründung für das Architekturbüro Aukett + Heese, das sich – speziell im Bereich der Innenarchitektur – auf exklusive Möbel und Materialien spezialisiert hat. Bei all dem Kontakt zu hochwertigen Möbeln – was begeistert Sie da noch? Worin sehen Sie den wahren Luxus in Dingen?

Meinert: Luxus ist für mich nicht mit Geld zu bemessen. Meine persönliche Interpretation von Luxus ist, etwas Neues zu erschaffen: einen einzigartigen Ort oder einen Eindruck. Etwas Außergewöhnliches. Klassiker, die wir alle lieben, wie z. B. den Saarinen Conference Chair, begeistern mich immer aufs Neue. Zeitgenössisches Design oder neue Interpretationen klassischer Formen setze ich meistens aber noch lieber ein. Ich gehe für jedes Projekt auf Entdeckungsreise und verbringe viel Zeit bei der Recherche – online und offline. Das ein oder andere Möbel entwerfen wir letztlich auch einfach selbst – vielleicht auch eine Art von Luxus.
Freifrau: Unser Leya Wingback hat seinen Platz an der Rezeption gefunden. Lobby und Rezeption sind die ersten Kontaktpunkte, wenn der Gast das Hotel betritt – im Fontenay werden die Gäste nicht an einem Counter begrüßt, sondern sitzend an einem Tisch. Wie kam es dazu und wieso fiel die Wahl auf den Leya Wingback? 
Meinert: Den Gast nicht an einer Theke wie am Flughafen oder auf dem Amt willkommen zu heißen, sondern ihn nach einer oft langen Reise bequem in einem Sessel Platz nehmen zu lassen, ist sicher etwas nicht Alltägliches. Es passt aber sehr zum Gesamtkonzept des Hotels und bringt die Gäste vom ersten Moment dazu, sich Zeit zu nehmen und mit Geist und Seele anzukommen.
Der Leya Wingback schirmt den Gast durch die Charakteristik eines Ohrensessels vom geschäftigen Treiben der Hotellobby ab und umarmt ihn mit einer klassischen Eleganz und hochwertigen Verarbeitung. Er spiegelt also unser Ziel im Design wider: die Außenschale glatt wie ein Schild und die Innenpolsterung üppig, luxuriös und bequem.

 

Vielen Dank für das mitreissende Interview über Ihre Leidenschaft und das neu entstandene Haus an der Alster!

 

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